Der Sündenfall wird gemeinhin als etwas Böses dargestellt, nicht zuletzt dadurch, daß in seinem Gefolge auch viel Unschönes geschah. Ich bin jedoch der Meinung, daß dies ein absolut notwendiger Schritt war, der es den Menschen ermöglichen sollte, sich zu entwickeln.
Vor dem Sündenfall lebten alle Menschen als Einheit, ohne großartig eigene Interessen zu haben. Sie wurden umsorgt und gepflegt und alles war wunderbar. Nun wurde es aber notwendig für die Entwicklung, ein Individuum zu werden, um nicht automatisch Gutes zu tun, sondern Liebe unter Willen. Um dies zu bewerkstelligen, wurden einige neue Gefühle eingeführt. Als erstes wurde geteilt. Teile, und trenne den einzelnen Menschen immer mehr von der Gruppe. Trenne ihn, damit er selbst Initiative ergreifen muß. Vielleicht wurde damals auch die Zweiheit von Frau und Mann hervorgerufen, was eine große Suche auslöste, denn die Geborgenheit war verloren und jeder tut heutzutage alles, um sie wiederzufinden. Dieses ständige Suchen nach dem Frieden und der Einheit sollte zur Triebfeder der individuellen Entwicklung werden. Wenn wir einmal die Einheit wieder erreichen, so werden wir die Individualität kennen und so eine Bereicherung für die Einheit darstellen, da wir das eigene Denken, Willen usw. entwickelt haben.
Die Trennung hat einige Gefühle hervorgebracht, welche auf ihr beruhen. Das größte ist die Angst. Angst ist das Unwissen vor dem Abgetrennten. Einige verbreitete Modifikationen der Angst sind Scham und Schuld. Scham, Schuld und Angst sind die Instrumente der Trennung und wie man sieht, sehr erfolgreiche. Man kann sich von ihnen trennen und frei werden. Doch bis dahin muß man schon ein gutes Stück Entwicklung hinter sich haben, bevor man es ganz ablegen könnte.Dennoch ist es selbstgewählt und wenn man dies annehmen kann, kann man wieder lachen und den Weg der Entwicklung mit Freude gehen.
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