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Der "Sündenfall"

Datum: 11.11.2000

Der Sündenfall wird gemeinhin als etwas Böses dargestellt, nicht zuletzt dadurch, daß in seinem Gefolge auch viel Unschönes geschah. Ich bin jedoch der Meinung, daß dies ein absolut notwendiger Schritt war, der es den Menschen ermöglichen sollte, sich zu entwickeln.

Vor dem Sündenfall lebten alle Menschen als Einheit, ohne großartig eigene Interessen zu haben. Sie wurden umsorgt und gepflegt und alles war wunderbar. Nun wurde es aber notwendig für die Entwicklung, ein Individuum zu werden, um nicht automatisch Gutes zu tun, sondern Liebe unter Willen. Um dies zu bewerkstelligen, wurden einige neue Gefühle eingeführt. Als erstes wurde geteilt. Teile, und trenne den einzelnen Menschen immer mehr von der Gruppe. Trenne ihn, damit er selbst Initiative ergreifen muß. Vielleicht wurde damals auch die Zweiheit von Frau und Mann hervorgerufen, was eine große Suche auslöste, denn die Geborgenheit war verloren und jeder tut heutzutage alles, um sie wiederzufinden. Dieses ständige Suchen nach dem Frieden und der Einheit sollte zur Triebfeder der individuellen Entwicklung werden. Wenn wir einmal die Einheit wieder erreichen, so werden wir die Individualität kennen und so eine Bereicherung für die Einheit darstellen, da wir das eigene Denken, Willen usw. entwickelt haben.

Die Trennung hat einige Gefühle hervorgebracht, welche auf ihr beruhen. Das größte ist die Angst. Angst ist das Unwissen vor dem Abgetrennten. Einige verbreitete Modifikationen der Angst sind Scham und Schuld. Scham, Schuld und Angst sind die Instrumente der Trennung und wie man sieht, sehr erfolgreiche. Man kann sich von ihnen trennen und frei werden. Doch bis dahin muß man schon ein gutes Stück Entwicklung hinter sich haben, bevor man es ganz ablegen könnte.

Dennoch ist es selbstgewählt und wenn man dies annehmen kann, kann man wieder lachen und den Weg der Entwicklung mit Freude gehen.

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Datum: 01.01.2005

Der Sündenfall kann verschieden ausgelegt werden. Man könnte als Sündenfall ansehen, daß man eine Einheit verläßt um ein Teil zu sein. Man kann es als Sünde ansehen da man die Einheit verläßt aber man kann es auch als Vorteil ansehen weil man einen Grund hat dazu. ZB als Einheit, wenn ein Stück davon Schmerz empfindet dann ist es der Einheit recht egal weil sie umfassend ist. Schmerz und Freude sind zusammen. Aber als Teil kann man es verändern. Wenn diese Einheit aufbricht, quasi eine Zellteilung einsetzt und das Ganze ein mehrzelliger Organismus wird. Jeder Teil kann jetzt agieren. Ein Schmerz kann wahrgenommen werden und Dinge können bewegt werden. Wie bei Evolution beschrieben.

Aber man könnte den Sündenfall auch als den Fall ansehen als die Flüsse der ursprünglichen Sein unterbrochen wurden. Und das eigene Sein aufgrund der nun folgenden horizontalen Ausrichtung verstreut wurde. Denn dadurch ist das entstanden was man als
Karma ansehen kann.

Der klassische Sündenfall aus der Bibel mit der Schlange kann auch von zwei Seiten gesehen werden. In der Häretikerbibel aus Nag Hammadi kann man zwei Versionen nachlesen. Einfach mal danach im Internet suchen. Ist sehr interessant. Durch alle Texte zieht sich hindurch daß es zwei Sichten gibt. Es gibt eine Seite die sagt substantielle Sachen und eine Seite die pseudorelevante Dinge erzählt. Die eine Seite bezieht sich auf die realen Begebenheiten und die andere Seite auf irgendeine erschaffene Götterwelt. Ihre Phrasen sind hohl und nichtssagend. Lobgesänge. Völlig sinnlos. Und man kann erkennen daß auch in der heutigen Bibel diese zwei Seiten eingeflossen sind und nicht mehr erkennbar verschmolzen sind. In der Häretikerbibel gibt es auch zwei verschiedene Sichtweisen des Sündenfalls. In einem ist es wie in der Bibel. Im Anderen gibt die Schlange die Chance zur Freiheit von gemeinen Wesen. Letztere Version scheint mir eher zu passen da es wie der Anfang zu einer Zellteilung ist. Eine Zelle entfernt sich wo vorher der Einzeller handlungsunfähig war und sich nicht wehren konnte. Die Schlange gibt die Fähigkeit zur Befreiung.

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